Keramikwerkstatt                  Mechthild Mathes
"Ton in Ton"
medimathes@aol.com

 

 

 

 

   Feuermenschen   

die zur Präsentation meiner Abschlussarbeit entstanden sind. 

 Warum habe ich gerade dieses Thema gewählt? In jedem kreativen Prozess besteht die Notwendigkeit, eine Entscheidung zu treffen. Man kann trotz der ungeheuren Vielfalt der Möglichkeiten nur dann vorankommen, wenn man sich letztendlich für ein Projekt entscheidet. In der Freien Kunstakademie in Nürtingen habe ich unendlich viel gelernt. Meine Studienkolleginnen haben mich als Musterfrau bezeichnet, nicht oberflächlich, aber verliebt in die Oberfläche. Sie haben es richtig erkannt. Aber selbst da bin ich von einer Musterung zur anderen gewandert, oft begeistert, dann aber auch wieder unzufrieden. Ich legte die normalen Musterungen zur Seite und freundete mich dann leidenschaftlich mit dem Feuer an. Die Objekte wurden in mühevoller Arbeit mit Achat Steinen poliert, mit Terra sigillata überpinselt und dann hat das Feuer mit seinem eigenen Wesen die Oberfläche gestaltet. Ich selbst konnte nur sehr wenig dazu tun. Aber durch die natürlichen, im Ton bereits enthaltenen oder durch Oxyde, Sulfate und Carbonate erzeugten Farben kam ich immer mehr auf den Geschmack, mehr Einfluss zu nehmen. Rauchbrandspuren auf dem Objekt durch Naturmaterialien wie Sägemehl, mit Salz getränktemStroh, Tannenzapfen, Algen und vieles mehr zeichneten sich als verschiedene Farbtöne aus. Eine spannende Technik für mich, aber eine ganz neue Herausforderung.

 

 

 

 

 

Rauchbrandmenschen  

  Symbolik des Feuers 

Feuer hat für mich eine unglaubliche Symbolik. Es gibt sie, die Feuermenschen. Übertragen benutzen wir das Feuer als Bild für menschliche Leidenschaft. Alles, was aus Leidenschaft getan wird, hat die Macht und die Kraft, die Gewalt und die Wirkung eines Feuers. Leidenschaftlicher Zorn kann zu Hass werden, leidenschaftlicher Eifer für eine Sache kann sein wie ein verzehrendes Feuer, die Liebe brennt wie Feuer im Herzen. Der Brandherd des Feuers liegt im Menschen selber. So wie das Feuer in ständiger Veränderung ist, lodernd, flackernd oder glimmend, so schillernd ist die Leidenschaft in ihrer Qualität und Zielrichtung.Meine Zielrichtung in der Abschlussarbeit sind kleine, fragmentiert, reduzierte Frauenfiguren  zum Thema: Menschen, so wie sie das Feuer zeichnet, so wie ihre inneren, seelischen Brände sie formen.Sicherlich fragen sie mich nun:“ Warum nur Frauen?“. Dazu möchte ich sagen:“ Ich bin eine Frau und kann nur für mich selbst als Frau sprechen. Dazu kommt, dass ich mein ganzes Leben fast ausschließlich nur mit Frauen zusammengearbeitet habe.

Leidenschaftliche Frauen,

begeisterungsfähige Frauen,

stille Frauen,

lustige Frauen,

zurückhaltende Frauen,

bescheidene Frauen,

verletzte Frauen, gebrochene Frauen.

Jede Frau ist in ihrer Einzigartigkeit wertvoll. Ja, ich habe sie als Feuermenschen kennengelernt und so sollte das Thema verstanden werden.  

 

 

 

Vorbereitung der Objekte vor dem Rauchbrand

   

Vor und nach dem Brand

 

 

 

   

 

 

 

 

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